Aktuelles,
ESG bei Kirchhoff Consult
Studie zu Klimamanagement in der DACH-Region: CSRD zeigt Wirkung
- 90% der Unternehmen verfügen über eine eigene Klimastrategie.
- 80% der Unternehmen haben bereits eine Klimaszenarioanalyse durchgeführt.
- Emissionen in Scopes 1 und 2 sind in den letzten vier Jahren deutlich zurückgegangen, in Scope 3 jedoch nur um 4%
- Der Finanzsektor erfasst erstmals finanzierte und versicherte Scope3-Emissionen
- CSRD-Regulatorik wirkt – trotz fehlender gesetzlicher Grundlagen
- Reduktionsgeschwindigkeit reicht für Erreichung des 1,5 ° -Ziels nicht
Umwelt
Ein Großteil der Konzerne in der DACH-Region hat angesichts des sich zuspitzenden Klimawandels und der damit einhergehenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Implikationen sowie neuer regulatorischer Anforderungen bereits wichtige Schritte zu einem adäquaten Klimamanagement eingeleitet. Das zeigt eine aktuelle Studie der Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung für Finanzkommunikation und ESG Kirchhoff Consult zur nichtfinanziellen Berichterstattung, die speziell die in den Top-Indizes DAX40, ATX und SMI gelisteten Konzerne in den Blick nimmt. Neun von zehn der untersuchten Unternehmen verfügen demnach über eine Klimastrategie. Ein Großteil berichtet darüber hinaus über den aktuellen Zielerreichungsgrad hinsichtlich gesteckter Klimaziele. Wie von CSRD und ESRS gefordert, berichten zudem mehr als 80 % von der Durchführung einer Klimaszenarioanalyse und der Auseinandersetzung mit physischen und transitorischen Klimarisiken.
Im Vergleich der Jahre 2021 bis 2024 konnten Unternehmen mit konkreten Klimastrategien und durch die SBTi validierten Reduktionszielen ihre Treibhausgasemissionen nachweislich stärker senken. Die Selbstverpflichtung zu wissenschaftlich basierten Klimaschutzzielen und Transparenz strategischer Ansätze ist bei ATX-Unternehmen sowie in den Sektoren Technologie & Kommunikation und Konsumgüter am deutlichsten zu erkennen. In der Finanzbranche sowie im Transportsektor gibt es dagegen noch Nachholbedarf.
„Die Ergebnisse der diesjährigen Studie zeigen, dass viele der größten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtige strategische Grundlagen geschaffen und erste Fortschritte erzielt haben. Andererseits wird deutlich, dass diese Entwicklung in der Breite nicht ausreicht, um als Wirtschaftsregion den Anforderungen des global verabredeten 1,5 °-Ziels gerecht zu werden“, sagt Dr. Jan-Ole Brandt, Director ESG/Sustainability bei Kirchhoff Consult und Mitautor der Studie.
Große Reduktionserfolge bei Scope 1 und 2-Emissionen
In der analysierten Berichterstattung der Unternehmen haben sich im Zeitraum von 2021 bis 2024 zwar starke Rückgänge in Scope 1 (–31 %) und Scope 2 (–46 %) gezeigt. Diese sind jedoch häufig auf vergleichsweise einfache Maßnahmen wie den Bezug von Grünstrom zurückzuführen. Im Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten (Scope 3), der mit durchschnittlich 88 % den Großteil der Emissionen ausmacht, konnten hingegen mit nur 4 % die geringsten Reduktionserfolge verzeichnet werden.
Verbesserte Datenlage relativiert Scope 3-Entwicklungen
Allerdings wurden die berichteten Emissionsdaten im Zusammenhang mit neuen regulatorischen Anforderungen wie den ESRS verstärkt durch methodische Erweiterungen beeinflusst. So kam es insbesondere im Finanzsektor auf den ersten Blick zu massiven Anstiegen, da erstmals umfangreiche Scope-3-Kategorien wie finanzierte oder versicherte Emissionen (Scope 3.15) in die Bilanzierung mit einbezogen wurden. „Dadurch steigen die Emissionswerte auf dem Papier drastisch an. Das deutet jedoch vor allem auf eine verbesserte Datenlage beziehungsweise eine erhöhte Transparenz hin, und nicht etwa auf einen realen Anstieg der Emissionen“, so Brandt. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte im Zusammenhang mit den Diskussionen um die CRSD zuletzt vor einer Aufweichung der Berichtspflichten und betonte die Bedeutung von Transparenz und vergleichbaren ESG-Daten für die Finanzstabilität und ein adäquates Risikomanagement.
Die verbesserte Datenlage relativiert den Vergleich der Emissionszahlen mit Vorjahreswerten und die verlangsamte Reduktion in der Gesamtbetrachtung: Während zwischen 2021 und 2022 die Emissionen laut der berichteten Zahlen noch um rund 5 % gesenkt werden konnten, fiel die Reduktion im Folgejahr auf nur noch 3 % zurück.
Insgesamt zeigt die Entwicklung der berichteten Klimabilanzen, dass wichtige Weichen gestellt und naheliegende Reduktionspotenziale bereits realisiert wurden. Jetzt sind komplexere, strukturelle Maßnahmen gefragt. Denn bliebe die Reduktionsgeschwindigkeit auf dem beobachteten Niveau (-1,5 % pro Jahr), würde das jährliche Ziel von mindestens 4 %, das laut IPCC für eine Einhaltung des 1,5 °C-Pfads erforderlich ist, klar verfehlt.
CSRD-Regulatorik wirkt – trotz fehlender gesetzlicher Grundlagen in Deutschland
Schon im vergangenen Jahr hätte die CSRD-Richtlinie der EU in deutsches Recht umgesetzt werden sollen. Große Unternehmen in Deutschland wären verpflichtet gewesen, in ihren Geschäftsberichten für das Geschäftsjahr 2024 in deutlich größerem Umfang über ihre Nachhaltigkeitsbelange zu berichten. Doch das Gesetz kam nicht. Ähnlich verhält es sich in Österreich, da das geforderte Umsetzungsgesetz hier ebenfalls noch nicht beschlossen ist. In der Schweiz werden viele Konzerne in den nächsten Jahren über Tochtergesellschaften oder Umsatzanteile von der CSRD betroffen sein. „Dennoch haben sich die großen Unternehmen der DACH-Region bereits in ihren Berichten zum Geschäftsjahr 2024 zu weiten Teilen an den neuen Anforderungen der CSRD und ESRS orientiert und damit für mehr Klarheit gesorgt,“ resümiert Co-Autorin Liz Gacon.
Seit dem 10. Juli liegt nun ein neuer Referentenentwurf zur CSRD-Umsetzung in Deutschland vor. Der Entwurf legt nahe, dass das Gesetz noch 2025 greifen wird.
Die vollständige Teilstudie #1 Klimamanagement in der DACH-Region: zwischen Regulatorik und wahrem Commitment. Die nichtfinanzielle Berichterstattung in DAX40, ATX und SMI ist hier abrufbar.
31. Juli 2025
Erklärung der Geschäftsführung zu ESG-Themen
In dieser Erklärung legen wir den hohen Stellenwert dar, den eine nachhaltige Entwicklung für die Kirchhoff Consult GmbH hat. Außerdem werden die Auswirkungen, die Kirchhoff Consult auf Menschen und Umwelt hat sowie unsere Nulltoleranz für Korruption thematisiert. Diese jährliche Erklärung dient dazu, unser Commitment im Bereich Nachhaltigkeit und ESG zu verdeutlichen und zu festigen.
Umwelt
Wir verstehen nachhaltiges Handeln als unsere ethische und unternehmerische Verpflichtung: Sowohl intern als auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden streben wir danach, eine Vorbildfunktion bezogen auf einen vorausschauenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einzunehmen. Unser übergeordnetes Ziel ist dabei die Minimierung unseres ökologischen Fußabdrucks. Dieser Anspruch wirkt sich auf alle Facetten unserer täglichen Arbeit aus. Vorrangig arbeiten wir daran, Treibhausgas-Emissionen einzusparen und so unseren Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu leisten.
Ein Großteil unserer Treibhausgas-Emissionen entsteht durch Dienstreisen. Wir treten Reise nur an, wenn sie unabdingbar ist. In unseren Reiserichtlinien haben wir festgelegt, dass Bahnfahrten bei Geschäftsreisen Vorrang vor Flügen haben. Um THG-Emissionen auch auf dem täglichen Arbeitsweg zu verringern, übernimmt die Kirchhoff Consult GmbH die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr für unsere Mitarbeitenden. Darüber hinaus fördern wir das mobile Arbeiten, um die Emissionen durch den Pendelverkehr weiter zu senken.
Als Dienstleistungsunternehmen haben wir im Vergleich zu produzierenden Unternehmen einen begrenzteren Einfluss auf die Umwelt. Da unsere Beratungsleistung grundsätzlich keine direkten negativen ökologischen Auswirkungen hat, konzentrieren wir uns bei unsere internen Umweltschutzmaßnahmen vor allem auf unsere Büroräumlichkeiten und den Einkauf des Bürobedarfs. Eine unserer Maßnahme ist beispielsweise die ausschließliche Nutzung von Ökostrom in unseren Büroräumlichkeiten. Zudem ist unser Firmensitz in Hamburg in einem Passiv-Energie-Haus untergebracht. Mit der fortschreitenden Digitalisierung setzen wir auf Ressourcenschonung und bevorzugen im Zweifelsfall faire und nachhaltigere Alternativen. So verwenden wir ausschließlich PEFC-/FSC-zertifiziertes Papier und beziehen Fairtrade-zertifizierten Kaffee für unsere Mitarbeitenden.
Im Jahr 2024 haben wir erstmals eine Klimabilanzierung (Scope 1-3) für Kirchhoff Consult und weitere Team Farner Agenturen aufgestellt und diese durch GUTcert zertifizieren lassen. Somit konnten wir unsere Erhebungs- und Berechnungsmethodik zur Erstellung einer Klimabilanz nach Greenhouse Gas Protocol extern validieren lassen.
Im Jahr 2024 sind wir eine Partnerschaft mit right° based on science eingegangen. Mit der Technologie von right° können wir unseren Kunden aufzeigen, wie sich ihre Wirtschaftsaktivitäten auf das Klima auswirken. Das Ergebnis wird in Grad Celsius dargestellt, sodass sichtbar wird, ob ein Unternehmen oder auch einzelne Business Units sich auf dem durch das Pariser Klimaabkommen vorgegebenen 1,5°C-Pfad befindet. Zusammen mit right° können wir die Klimastrategien unserer Mandanten wissenschaftlich untermauern.
Zudem haben wir im Jahr 2024 erneut ein eigenes EcoVadis-Rating durchgeführt. Um auch unsere Kunden in Bezug auf ESG-Ratings noch besser beraten zu können, sind wir seit 2024 EcoVadis-Trainingspartner.
Soziales
Eine Unternehmenspolitik mit Nulltoleranz gegenüber möglichen Menschenrechtsverletzungen ist für uns von zentraler Bedeutung. Unser Bekenntnis zur Wahrung der Menschenrechte umfasst alle Bereiche unserer Geschäftstätigkeit und lehnt jede Art der modernen Sklaverei ab. Unter moderner Sklaverei verstehen wir jegliche Form von Zwangsarbeit, Pflichtarbeit und Kinderarbeit. Ebenso lehnen wir die Anwendung von Gewalt und die Ausbeutung von schutzbedürftigen Gruppierungen ab und verurteilen diese. Um menschenrechtliche Sorgfaltspflicht auch über unseren direkten Einflussradius hinaus zu gewährleisten, unterstützen wir internationale Leitlinien, wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die ILO-Kernarbeitsnormen und die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Ferner unterstützen wir menschenrechtliche Sorgfaltspflichten mit unseren Richtlinien zum Verbot der Zwangs- und Kinderarbeit sowie der Diskriminierung. Durch unsere Beratungstätigkeit tragen wir dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Menschenrechtsverletzungen intern oder auch entlang ihrer Lieferkette unserer Kunden zu minimieren.
Wir setzen uns gegen jede Form der Diskriminierung ein und fördern Vielfalt und Diversität. Bei Kirchhoff werden alle Mitarbeitenden unabhängig von ihrem Geschlecht entlohnt. Um die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeitenden zu verbessern, bieten wir ihnen umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur mobilen Arbeit an. Wir respektieren und fördern das Recht auf Erholung und Freizeit sowie das Recht auf ein Familienleben. Flexiblen Arbeitszeitmodellen unterstützen unsere Mitarbeitenden dabei, berufliche und private Interessen miteinander in Einklang zu bringen. Zusätzlich legen wir großen Wert auf die Gesundheitsförderung. Dazu gehören höhenverstellbare Schreibtische, unser Massageangebot sowie das Sportabonnement EGYM Wellpass, das vielfältige Sport- und Wellnessmöglichkeiten bietet.
Governance
Ethische Integrität ist unsere Basis für alle geschäftlichen Entscheidungen und betrieblichen Handlungen. Durch die Vermeidung von Reputationsrisiken und die Förderung einer positiven Marktwahrnehmung ist Integrität auch eine Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg. Unethische oder illegale Geschäftspraktiken lehnen wir unter allen Umständen strikt ab. Wir halten uns kompromisslos an alle geltenden Gesetze, Vorschriften und Richtlinien, unabhängig davon, in welchem Land oder an welchem Standort wir tätig sind. Wir verfolgen eine Nulltoleranzpolitik gegenüber Korruptionsfällen, Bestechungsangeboten und moralisch verwerflichem Handeln.
Um Verdachtsfälle von Korruption und Bestechung oder fragwürdigen Geschäftspraktiken anonym melden zu können, steht unseren Mitarbeitenden eine digitale Meldestelle zur Verfügung. Dies gilt auch für unangemessenes Verhalten innerhalb der Belegschaft und ähnliche Themen. Wenn sich ein Interessenskonflikt abzeichnet, sind Führungskräfte mit Kundenkontakt verpflichtet dem Executive Committee finanziellen Anteilsbesitz offenzulegen, um potenzielle Interessenskonflikte zu vermeiden. Im Rahmen der digitalen Sicherheit und Privatsphäre sind alle projektbeteiligten Mitarbeitenden sowie externe Dienstleister und Dienstleisterinnen durch Datenschutzschulungen zu den Themen Datenrechte, -sicherheit und -schutz sensibilisiert und haben eine entsprechende Datenschutzerklärung unterzeichnet. Im Jahr 2024 haben wir außerdem eine TISAX-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen.
Vincent Furnari und Jens Hecht
18.12.2024
ÜBER KIRCHHOFF CONSULT
Kirchhoff Consult ist mit rund 70 Mitarbeitenden eine führende Kommunikations- und Strategieberatung für Finanzkommunikation und ESG im deutschsprachigen Raum. Seit mehr als 30 Jahren berät Kirchhoff Kunden in allen Fragen der Finanz- und Unternehmenskommunikation, Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten, beim Börsengang, im Bereich der Investor Relations sowie der ESG- und Nachhaltigkeitskommunikation. ‘Designing Sustainable Value’: Kirchhoff verbindet inhaltliche Kompetenz mit exzellentem Design und schafft damit nachhaltig Werte.
Kirchhoff Consult ist Mitglied im TEAM FARNER, einer europäischen Allianz von partnergeführten Agenturen. Gemeinsames Ziel: der Aufbau des europäischen Marktführers für integrierte Kommunikationsberatung.
Erfahren Sie mehr auf: kirchhoff.de.
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Tori Weißenborn
Consultant ESG/Sustainability
tori.weissenborn@kirchhoff.de
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Julian von Pressentin
Director ESG/Sustainability
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